
| Das pädagogische Konzept ... |
| |
Die Waldpädagogik "verlegt" die pädagogische Arbeit
in den Wald. Ein Bauwagen dient als Unterschlupf bei allzu schlechter
Witterung. Für bestimmte Projekte oder bei Sturm steht ein
angemieteter Raum zur Verfügung.
Der Wald bietet Raum und Spielmaterial in Hülle und Fülle.
Der Wald mit all seinen Bewohnern und sein wiederkehrender Rhythmus im
Jahresablauf vermitteln tief greifende sinnliche Eindrücke.
Die Waldpädagogik ist in der Lage bei unseren Kindern zu einem
frühen Zeitpunkt die richtigen Weichen für eine
umweltbewusste, sozial verantwortungsvolle und gesunde
Lebenseinstellung der künftigen Generation zu stellen und die
Kinder zu einer sinnvollen Entfaltung ihrer einzigartigen
Individualität zu führen.
Die Waldpädagogik vermittelt den Kindern die Freude
und den Respekt vor der Umwelt, die Kinder wachsen in enger Bindung mit
der Natur auf. Sie lernen Regeln, wie man mit der Natur umgeht und sich
in der Natur verhält. Durch hautnahes Wahrnehmen der
ökologischen Zusammenhänge entwickeln die Kinder ein
intensives Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur - im
Waldkindergarten entstehen die Umweltschützer von morgen.
Im Wald herrschen besondere Bedingungen, jedes Kind muss einbesonderes
Maß an Verantwortungsgefühl für sich und die anderen
entwickeln. Vieles (z.B. Baumstämme transportieren) geht nur
gemeinsam, die Teamfähigkeit entwickelt sich hier von ganz allein.
Sich an verbindliche Regeln zu halten, ist in einem Kindergarten "ohne
Wände" besonders wichtig (z.B. in Ruf- und Hörweite bleiben).
Im Wald ist es entscheidend, die eigenen kommunikativen
Fähigkeiten zu entwickeln und einander zuhören lernen.
Der Wald bietet viel Raum für Kreativität, Phantasie und
Eigeninitiative. Als spielzeugfreier Kindergarten leistet der
Waldkindergarten einen anerkannten Beitrag zur Suchtprävention.
Die Kinder lernen im sozialen Austausch mit den anderen, selbst eigene
Spielideen zu entwickeln, unabhängig von vorgefertigten Angeboten.
Langeweile wird aus eigenem Antrieb heraus mit Hilfe der eigenen
Kreativität überwunden. Das Kind ist kein passiver Konsument
von Unterhaltung. Das eigene Schaffen und Entdecken, sowie
selbstgewählte Abenteuer und Herausforderungen stärken das
Selbstvertrauen und bilden ein stabiles Fundament, um mit Belastungen
und Stresssituationen besser umgehen zu können.
Wenn Kinder sich bewegen, lernen sie nicht nur, ihre Muskeln und ihr
Gleichgewicht zu beherrschen. Die vielfältigen
Bewegungsmöglichkeiten im Wald- laufen, klettern, kriechen,
hüpfen, balancieren - verbessern die Denk- und
Konzentrationsfähigkeit (Vernetzung der rechten und linken
Gehirnhälfte). Die Wahrnehmung durch sehen, hören, riechen,
schmecken, fühlen ist grundlegend für Erkennens-,
Gedächtnis-, und Denkprozesse. Die Natur bietet eine Fülle
von intensiven und nachhaltigen Sinneseindrücken. Die Waldkinder
erleben z.B. den Wechsel der Jahreszeiten aus erster Hand, die
Komplexität der sie umgebenden Welt wird dadurch "be-greifbar" und
kann sich ins Bewusstsein verankern.
Der tägliche Aufenthalt in der Natur zu jeder Jahreszeit und bei
jedem Wetter fördert die Gesundheit und stärkt das
Immunsystem.
Hygienische und präventive Maßnahmen (Hände waschen vor
der Brotzeit wegen Fuchsbandwurm, tägliche Zeckenkontrolle,
Sonnenschutz) werden von den Kindern als wichtig erfahren.
In unserer Gesellschaft wachsen Kinder mit ständigen
Begleitgeräuschen wie Medien, Maschinen und Autos auf. Im Wald
können sie Stille erleben, jahreszeitliche Unterschiede der Stille
erfahren und natürliche Rhythmen und Lautstärken (Gesang der
Vögel, Rauschen der Bäume, Regen) differenziert wahrnehmen.
Die Kinder lernen im Wald Selbstvertrauen, Konfliktbewältigung und
Konzentrationsfähigkeit, die wichtigsten Voraussetzungen für
die Schule.
Konkrete Vorschularbeit wie Farb-, Formen- und Zahlenlehre kann sehr
gut mit Naturmaterialien umgesetzt werden. Durch Rollenspiele,
Erzählen und Vorlesen werden Sprache und Kommunikation
gefördert.
|